Die Zusatzkosten werden in Zukunft für Mobilfunker unverhältnismässig zunehmen. Verbände geben den kommenden Problemen bislang keine Lösungsalternative.
Das Funken mittels mobiler Einheit wird enorme Zusatzkosten verursachen. Nicht das Funkgerät könnte nicht mehr erschwinglich sein, sondern eher das Auto, in welchem das Funkgerät betrieben werden könnte. Vornehmlich Bewohner von Ballungszentren und Innenstädten werden die Maßnahmen nachhaltig zu spüren bekommen. Bewohner auf dem Land scheinen bis auf weiteres noch verschont zu sein, wie die nachfolgend verbreiteten Beispiele deutlich machen können.
BERLIN: Besser mit dem Auto! Ohne Auto in Berlin zu leben, ist kein Problem - sofern man viel Zeit hat und kein Gepäck mit sich herumschleppt. Zeit braucht der Berliner, weil er zwar überall hinkommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Frage ist nur, wie lange das dauert. Meist jedenfalls länger als mit dem Auto, wobei auch die eigene freie Beweglichkeit eingeschränkt bleibt. Im Gegensatz zu München, wo die Hauptstrassen oft verstopft und Parkplätze extrem rar sind, ist der Berliner meist schneller am Ziel als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf Gepäck aber sollte man weitgehend verzichten, wenn man auf S- oder U-Bahn angewiesen ist. Allerdings ergeben sich durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel keine per Funk durchzuführenden Kommunikationsmöglichkeiten.
TOKIO: Ohne Parkplatz geht nichts! Japan ist ein geteiltes Land, auch wenn es ums Autofahren geht. Seine Großstädte, besonders Tokio, versuchen den Autoverkehr einzudämmen. In der Provinz kommt man - ähnlich wie in strukturschwachen Regionen in Deutschland - ohne Auto nicht aus. Wer in Tokio eine Autonummer (also die Grundlage für ein mobiles Betreiben einer Funkstation) will, muss einen privaten Abstellplatz für sein Gefährt nachweisen. Parken oder (ein zum Funken angedachtes) Halten am Strassenrand ist verboten, viele Strassen dazu ohnehin zu eng. Man legt der Polizei eine kleine Kartenskizze vor, dann fährt ein Beamter mit dem Fahrrad dorthin, um abzuklären, wem der Platz gehört und ob dieser für das gewählte Auto groß genug ist. Bezahlparkplätze sind teuer; in der Innenstadt kann man das Auto für einen Euro gerade mal sechs Minuten stehen lassen. In der Wohnsiedlungen kostet eine Nacht immerhin noch etwa zehn Euro. Stadtautobahnen sind gebührenpflichtig, obwohl man auf diesen meist im Stau steht. Viele, die sie benutzen, lesen ihre Zeitung am Steuer, rasieren sich oder unterhalten sich per CB-Funk, was allerdings ebenfalls genehmigungspflichtig ist. Durch die enormen Zusatzkosten machen daher junge, urbane Japaner überhaupt keinen Führerschein mehr. Ihre Beweglichkeit leisten sie deshalb mit S- und U-Bahn. Auf den wichtigsten Netzen verkehren die Züge in der Hauptverkehrszeit im Zweieinhalb-Minuten-Takt. Sie sind zwar oft überfüllt, aber immerhin sauber, pünktlich und schnell. Unter diesen Umständen geniessen die Japaner keine - nicht wie in Deutschland gebotenen - Möglichkeit, sich mobilerweise kommunikativ mit anderen Teilnehmern zu unterhalten.
Angesichts der nicht mehr zu erbringenden Zusatzkosten, die auch in Deutschland noch steigen und vielerorts für Unzufriedenheit sorgen werden, sind die - ernsthaften - Vertreterverbände in ihrer Existenz gefragt. Vorausschauend konnte in Deutschland schon vor Jahren daher der Wegfall der "Betriebskosten" (Genehmigungsgebühren) durchgesetzt werden. Durch Burkhard P. Heid ist mit dessen "Sieg vor dem Bundesverfassungsgericht" ebenfalls eine geänderte Rechtsgrundlage geschaffen worden. Darauf aufbauend erscheint für viele CB-Funker die Vertretungsarbeit von Interessenverbänden äusserst wichtig zu sein, weil sie als notwendig empfunden wird. Doch angesichts der Leistungserfolge von Interessengemeinschaften sind die CB-Funker maßlos über die Arbeit der Verbände enttäuscht und für ein sich Aktivieren zu stark frustiert. Zum Bedauern vieler Beobachter der Szene können deshalb einige Organisationen entstehen, die abseits jeglicher Rechtsgrundlagen ständig eigentümliche Ideen (meist Fantastereien) verbreiten, ohne allerdings von den maßgeblichen, staatlichen Stellen beachtet zu werden. Seitens der - rechtsgültig bestehenden - Verbände erhofft man sich mehr Zustimmung von der CB-Basis; diese jedoch gefrustet und unsicher verharrt. Man lauert sich demzufolge gegeneinander auf, bis sich von dem anderen "Lager" etwas ergibt. In dieser Zeitspanne nutzen jedoch "irgendwelche Möchtegerne" die Gunst der - lauernden - Stunde, um sich selbst ins Gespräch zu bringen, anstatt dafür Sorge zu tragen, dass sich angesichts der noch auf die CB-Funker zukommenden Probleme die Funktionäre zur Zusammenarbeit (ohne Übernahme durch den Anderen) einfinden und damit auch Scharlatanen ihre politische sowie entarteten Beweglichkeit einbremsen. Dazu müssen die Verbandsfürsten nach Ansicht vieler Betroffener erstmals unter Beweis stellen, dass sie sich wirklich für die Belange Dritte - gemeinschaftlich - einsetzen wollen und diese Möglichkeiten in Angriff nehmen möchten. |